18.Mai 2010
„Auf die kommende Generation vorbereitet“
Schülerinnen und Schüler präsentierten Ergebnisse zum Projekt Demographischer Wandel.
Am 18. Mai stellten neun Projektgruppen ihre Ergebnisse vor. In der 19. Etage des Sparkassenturms am Elberfelder Islandufer konnten die Gastgeber Kurs 21 e. V. rund 60 Gäste begrüßen. Mit Fragebogen und in Interviews hatten die Schüler zuvor erforscht, wie die Wuppertaler Unternehmen auf den Demographischen Wandel vorbereitet sind.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Peter Bauer (Personalleitung Sparkasse Wuppertal) folgte ein einführendes Refertat durch Marcus Lorenz.
Unter den Stichwörtern 'weniger', 'bunter', 'älter' skizzierte Marcus Lorenz den Demographischen Wandel für Wuppertal und Deutschland. In den neuen Bundesländern aber auch in der Region des Bergischen Landes zeige sich bereits der Bevölkerungsschwund. Zwischen 1991 und 2009 sei die Einwohnerzahlzahl Wuppertals von 383.660 Einwohnern auf 353.308 Einwohner gesunken. Diese Tendenz werde sich fortsetzen. Zum einen sei die Zahl der Todesfälle höher als die Zahl der Geburten, zum Anderen sei die Zahl der Fortgezogenen höher als die Zahl der Zugezogenen. Allein in Wuppertal werde die Einwohnerzahl vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2030 um rund 27.800 Einwohner (7,8 Prozent) sinken.
Zum Vergleich: In Nordrhein Westfalen werde die Einwohnerzahl nur um rund 3,8 Prozent sinken. Wuppertal sei folglich überdurchschnittlich stark vom Demographischen Wandel betroffen.
Die Prognosen zum Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung stellte Lorenz wie folgt dar: Vom Jahr 2007 bis zum Jahr 2025 wachse die Gruppe 65 Jahre plus X um 2,3 Prozent von 21,1 Prozent auf 23,4 Prozent. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund steige sogar auf 30 Prozent an, weil die Zahl der Gesamtbevölkerung in Wuppertal sinke.
Solche Zahlen bildeten den Hintergrund für die Ergebnisse der Schüler:
In neun Gruppen stellten sie ihre Antworten vor, die sie zuvor bei den Wuppertaler Unternehmen gesammelt und ausgewertet hatten.
Die Referate der Schülerinnen und Schüler waren sehr vielseitig. Die Antworten variierten je nach Branche und Größe der Unternehmen.
[s. unten]. Alle Schülerinnen und Schüler der neun Gruppen berichteten begeistert von ihren Projektrecherchen in den Unternehmen.
Ronja Nippert vom Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium fasste Ihre Eindrücke so zusammen:
„Ich empfand das Interview als sehr angenehm und aufschlussreich. Wir haben auf jede unserer Fragen eine ehrliche und zufrieden stellende Antwort erhalten. Besonders beeindruckend empfanden wir die vielen familienfreundlichen und den Angestellten sehr entgegenkommenden Maßnahmen.“
Lukas Vaupel vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium ergänzt: „Es ist sehr interessant zu sehen wie sich ein Unternehmen auf die kommenden Generationen, also uns, vorbereitet. Bei meinem Interview hatte ich das Gefühl dass die Problematik, die mit dem Demographischen Wandel auf die Unternehmen zukommt, bereits erkannt wurde. Leider sehe ich bei vielen Firmen, insbesondere den kleineren und familiären, ein Problem in der fehlenden Notwendigkeit etwas gegen den demographischen Wandel zu tun. Und an derselben Stelle hoffe ich, kann das aktuelle Projekt etwas erreichen.“
Nach den neun Referaten genossen die Gäste die kurze Pause. Die Schüler der Hauptschule Katernberg hatten mit ihrer Food Factory ein vielseitiges Buffet bereitgestellt. Unternehmer, Lehrer, Eltern und die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, ihre Kontakte zu vertiefen.
Anschließend erfolgte eine Diskussionsrunde. Moderator Hans-Jürgen Dorr von der Firma Dialogo richtete seine Fragen an die Schüler Ronja Nippert und Lucas Vaupel, sowie an Eckbert Schwager (Personalchef Delphi), Klaus Braun (Malermeister Raumfabrik) und Lehrer Klaus Meier (Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium).
Klaus Braun betonte, dass er solche Ergebnisse innerhalb der Umfrage erwartet habe. Für einen kleinen Handwerksbetrieb wie die Firma Raumfabrik sei ein rechtzeitiger Kontakt zum Nachwuchs unverzichtbar. „Mit sieben Gesellen und sechs Azubis erreichen wir eine enge Betreuung. Wichtig ist auch, dass die Ausbildung durchlässiger ist. Ein Meisterbrief befähigt zum Studium“, versuchte Braun den Berufseinstieg in das Handwerk noch attraktiver darzustellen. Wichtig sei ihm die Kooperation zur Schule. „Wir müssen die Arbeitsfähigkeit im Alter erhalten und auch für ältere Arbeitnehmer neue Bereiche finden“, so Braun.
Hans Jürgen Dorr lobte die Breite des Fragebogens. Von Azubis, über Weiterbildung bis zur Familienfreundlichkeit sei ein breites Themenspektrum erkennbar. Sozialwissenschaften-Lehrer Klaus Meier erläuterte die Herangehensweise. Der Fragenkatalog sei im Kurs Sozialwissenschaften des 11. Jahrgangs entstanden. „Bereits die Erstellung des Fragebogens war ein Prozess der Auseinandersetzung“. Zukünftig müsse die Auseinandersetzung mit dem Demographischen Wandel auch zu neuen sozialen Sicherungssystemen führen, um z. B. die Rentenversorgung zu sichern. Neue Familien erforderten neue Betreuungsformen und im Einwanderungsland gelte es Ressentiments gegenüber Migranten abzubauen.
Aus dem Publikum kamen Hinweise, den Demographischen Wandel auch als Chance zu sehen. Vor allem für qualifizierte Schulabgänger sei es künftig leichter, eine Arbeitsstelle zu finden.
Unternehmen hätten bereits jetzt Schwierigkeiten, jeden Arbeitsplatz zu besetzen, betonte Moderator Hans-Jürgen Dorr: „Falls sich diese Entwicklung verstärkt, kommt es zu einem Krieg um die Talente.“
Schülerin Ronja Nippert brachte das Fazit so auf den Punkt: „Viele Berufe und Ausbildungswege sind uns unbekannt. Das müssen alle Beteiligten auffangen!“:
Die Gruppen haben Ihre Ergebnisse in folgender Reihenfolge vorgetragen:
Unternehmen
|
Schule |
Stadt Wuppertal | Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium |
Stadtsparkasse Wuppertal | Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium |
Wupperverband | Erich-Fried-Gesamtschule |
Muckenhaupt & Nusselt | Carl-Fuhlrott-Gymnasium |
Bayer Health-Care | Carl-Fuhlrott-Gymnasium |
Picard Hämmer | Wilhlem-Dörpfeld-Gymnasium |
Barmenia Versicherungen | Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium |
Delphi | Carl-Duisberg-Gymnasium |
Boos Textile Elastics | Else-Lasker-Schüler Gesamtschule |
Raumfabrik | Carl-Fuhlrott-Gymnasium |
nicht vorgetragen, aber dennoch an der Befragung teilgenommen
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Kalkwerke Oetelshofen | Gymnasium Am Kothen |

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