Ein Tag im Unternehmen | Johnson & Johnson | CDG | November 2011


Ohne Berührungsängste: Schülerinnen des Carl Duisberg Gymnasiums entwickeln Ideen für einen Betriebskindergarten


Für 'Ein Tag im Unternehmen' hatten sich die Schülerinnen des CDGs ein soziales Projekt gewünscht. Für Johnson & Johnson sollten sie Ideen für einen Betriebskindergarten entwickeln. Bei einer Werksführung sammelten sie Eindrücke von der Tampon-Produktion.


„Hier lagern wir die Zellulose. Jede Schicht verarbeitet rund acht Tonnen Zellulose zu Tampons“, erläutert Herbert Hackenbroich den drei Schülerinnen. Mit Haarnetzen und Kitteln schützen die Besucherinnen den Rohstoff. In der Fabrikhalle stapelt sich flauchschige, weiße Zellulose zu kleinen Türmen. Maschinen kämmen sie mit rauen Platten zu feinen Fäden und bündeln und pressen diese zu kleinen, saugfähigen Tampons zusammen.

Eine Etage höher zeigt Hackenbroich, Teamleiter der Werkstatt, ihnen das fertige Produkt. Einen Tampon pro Sekunde spuckt eine andere Maschine aus. Die Mitarbeiterinnen im Werk müssen das Produkt nur noch einsammeln und in die Verpackung schicken. Dort warten gestanzte und gefalzte Pappschachteln. Ein Greifarm saugt die Tampons in den Varianten Standard, Pro Comfort, Flex und Optibalance mit Luft an und legt sie in die Schachteln. Acht Stunden pro Schicht, 24 Stunden pro Tag. Die Mitarbeiterinnen müssen die Maschinen nur noch beaufsichtigen.

Die Produktion von Tampons ist schnell erklärt. Jede Frau kennt die Tampons mit dem Aufdruck 'OB'. Dahinter verbirgt sich 'Ohne Binde'. Eine Abkürzung, die weltweit bekannt ist. Bis Australien reicht die Kundengruppe des Wuppertaler Hygiene-Artikels.

Dabei dauerte es ein paar Jahrzehnte bis zum Erfolg des Tampons: 1931 reichte der amerikanische Arzt Earle Cleveland Haas das Patent auf den Tampon ein. Die Apotheker weigerten sich anfangs, Tampons zu verkaufen. Heute sind Tampons in jedem Supermarkt erhältlich und kein Tabuthema mehr. Intime Körperhygiene ist seit Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ sogar ein Thema der populären Sachliteratur.

Dr. Carl Hahn gründete im Jahr 1948 das Wuppertaler Unternehmen. Bereits 1948/49 begann man mit der Konstruktion der ersten Tampon-Maschinen. Ende 1949 startete die Produktion an der Heckinghauser Straße. 1950 brachte das Unternehmen Dr. Carl Hahn den Tampon auf den deutschen Markt. Im Jahr 1973 übernahm der amerikanische Konzern Johnson & Johnson das Unternehmen. Von Heckinghausen aus liefert es das Produkt in alle Länder. Dazu tragen auch die zahlreichen Mitarbeiter bei.

„Im Tampon-Werk in Wuppertal arbeiten rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Annette Sakowski, Assistentin der Werksleitung.

„Das sind auch Frauen mit Familien“, ergänzt sie und für diese sucht Johnson & Johnson Ideen für einen Betriebskindergarten. Auf einem Blatt hat sie die Anforderungen an die drei Schülerinnen notiert. Die Zeiten des Schichtbetriebs sind dort notiert und die Vorgabe, für zehn Kinder im Alter von acht Monaten bis vier Jahren mit Müttern in unterschiedlichen Schichten eine Lösung zu finden.

Julia Müller, Laura Jentgens und Marei von der Mühlen, Gymnasiastinnen der neunten Klasse, haben die Vorteile eines Betriebskindergarten bedacht: “Das Unternehmen wäre mit einem Betriebskindergarten familienfreundlicher und die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen ließe sich steigern“, betont Julia. „Das Credo ist die Wahrnehmung der Verantwortung des Unternehmens gegenüber den Mitarbeiterinnen“, so die Schülerin.

Ein Betriebskindergarten sei ein weicher Standortfaktor, der die Attraktivität eines Arbeitsplatzes bei Johnson & Johnson und ein Leben in Wuppertal zusätzlich steigere.

Bei der Kostenbeteiligung für die Mitarbeiterinnen mit Kindern wollten sich die Schülerinnen nicht festlegen. Grundsätzlich möchten sie den Betriebskindergarten auch für Kinder öffnen, deren Eltern nicht bei Johnson & Johnson tätig sind. „Das leerstehende Gebäude auf dem Betriebsgelände gibt genügend Platz her“, ergänzt Laura. „Je mehr Kinder sich um einen Platz bewerben, desto mehr Erzieherinnen muss Johnson & Johnson einstellen.

„Um die Nähe zum Unternehmen zu unterstreichen, haben wir uns den Namen 'Johnson Juniors' ausgesucht. Das Corporate Design mit den Farben Rot und Blau ließe sich bei der Wandgestaltung und den Textilien einbinden“, so Laura.

Auch die Produkte und die Verpackung möchten die Schülerinnen berücksichtigen. Mitschülerin Marei: „Mit den Tampons lassen sich Mobilès herstellen. Mit den Tampons lassen sich auch Gespenster gestalten. Fotos der Produkte eignen sich auch für ein Memory. Und statt Bauklötze ließen sich die Pappschachteln der Verpackung verwenden“.

Die Werksführung war offenbar inspirierend. Bei der Darstellung des Projektes Betriebskindergarten setzen die drei Schülerinnen auf die modernen Medien: „Wir haben zwei Filme zu jeweils 30 Sekunden gedreht und eine Power Point-Präsentation entwickelt.“, so Marei. Auch die Tampon-Produktion mit den Zellulose-Stapeln und den vielen Maschinen durfte in den Präsentationen enthalten sein.